Rathaus Aktuell

Volkstrauertag

IM STILLEN GEDENKEN
 
Die aktuelle Pandemie-Situation zwang zum Handeln und so sah der Volkstrauertag am vergangenen Sonntag im gesamten Landkreis anders aus als die vielen Jahrzehnte zuvor. Ohne die übliche Öffentlichkeit, ohne Gedenkreden und ohne Gesangs- und Musikvereine musste in den Städten und Gemeinden der Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen, aber auch im Besonderen der Gefallenen und Toten aus der eigenen Gemeinde gedacht werden. Daran sollen nun zumindest die Kränze erinnern, die das Ehrenmal der Verstorbenen der beiden Weltkriege auch in diesem außergewöhnlichen Jahr in unserer Gemeinde Rietheim-Weilheim wieder schmücken.
 
Als Besonderheit hatte der TSV Rietheim eine Ehrentafel der gefallenen Vereinsmitglieder des 1. Weltkrieges mit aufgestellt, die im Zusammenhang mit dem Jubiläumsjahr wieder in den Besitz des Vereins gelangen konnte.
Wir wollen allen Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Nachfolgend die Predigt aus dem Ökumenischen Gottesdienst unserer beiden Kirchengemeinden, der unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften von Herrn Pfarrer Armin Leibold und Pastoralreferent Alexander Krause dankenswerter Weise in bewährter Manier abgehalten werden konnt

Da der Besucherkreis damit sehr begrenzt war, möchten wir die Predigt, die in diesem Jahr Pastoralreferent Krause hielt hier abdrucken:

Liebe in christlicher Einheit verbundene Gemeinschaft,
 
die Lesung des heutigen Sonntags der Leseordnung könnte kaum passender sein zum Volkstrauertag.
 
Es ist von der Gefahr die Rede, sich in Frieden und Sicherheit zu wiegen und dann plötzlich mit Verderben konfrontiert zu sein, aus dem es kein Entrinnen gibt.
 
Die aktuelle zweite Corona-Welle lehrt uns so manches über uns selbst:
 
Während wir zu Beginn der ersten Welle die gemeinsame Gefahr und Krise
 
· kreativ,
· mit Liebe und Achtsamkeit,
· mit Einsicht und Vernunft
 
überstanden haben,
(zumindest in meiner Wahrnehmung und im großen und Ganzen. Auch wenn im Frühjahr das berühmte Toilettenpapier mancherorts mit Gold aufgewogen wurde, also rein gefühlt natürlich),
merken wir jetzt, nur ein halbes Jahr später, wie schwer es uns fällt durchzuhalten.
 
Viele Menschen tun sich schwer mit den Regelungen, die getroffen wurden, mit den Einschränkungen im Alltag, in ihrer persönlichen Freiheit, in ihrer Lebensplanung.
Manche leiden sogar schon unter Angstzuständen, sehen Verschwörungen und verlieren die Hoffnung in die Zukunft.
 
Wenn man eine bessere Zukunft nur an materiellen Werten bemisst, so mag sie für viele in den kommenden Jahren vielleicht auch nicht besser werden.
 
Bemisst man sie aber an persönlichem Glück, das in aller Regel nicht abhängig ist vom Kontostand, dann könnten wir durchaus hoffen auf eine bessere Zukunft.
 
Ich denke ein Blick auf die beiden Weltkriege,
 
auf das Leid und die Entbehrungen der Menschen damals können uns dieses Jahr umso mehr helfen, unsere Zeit als gesegnete Zeit zu erkennen mit sehr realistischen Chancen auf eine gesunde und gute Zukunft.
 
· Die Kriege dauerten 4 und 6 Jahre lang,
· Masken völlig anderer Art mussten tausende junge Männer tragen und meist vergeblich.
· Zu Hause bleiben hieß unzählige Stunden über Jahre hinweg im Bunker sitzen, zitternd vor Angst, was da über einem hereinbrechen mag.
· Entbehrungen waren nicht nur nicht ins Restaurant gehen zu können, sondern die Sorge, ob überhaupt genügend zu essen aufzutreiben wäre.
 
Und dennoch, die Menschen haben durchgehalten, haben einer neuen Generation das Leben geschenkt, haben die Hoffnung auf Zukunft nicht aufgeben und alles überwunden und ertragen.
 
Ausschlaggebend dafür war mit Sicherheit nicht zuletzt, die im Menschen innewohnende Fähigkeit, nicht nur an sich zu denken, sondern für andere da zu sein.
 
Witwen in der Feldarbeit zu unterstützen, Waisen ein Heim zu geben, Verwundete mitzuversorgen, Flüchtende aufzunehmen.
 
Alles war um ein Vielfaches schwerer, als uns heute abverlangt wird. Aber wir Menschen sind berufen als Kinder des Lichts, wir gehören eben nicht der Nacht und der Finsternis.
 
Bleiben wir wach und nüchtern, realistisch und vernünftig und richten wir unser Engagement auf Zukunft hin aus.
 
Ermöglichen wir unseren Kindern eine Zukunft.
 
Eine, die nicht von Egoismus und Misstrauen geprägt ist, von Streitsucht und Rechthaberei, sondern eine, die ihre christlichen Werte neu entdeckt, die uns Jesus Christus gelehrt hat, die uns zu Kindern des Lichts werden lässt, wie Paulus es schreibt.
 
Nächstenliebe, Zuversicht, Gemeinsinn und nicht zuletzt Gottvertrauen.
 
Vom ersten bis zum letzten Buch der Bibel geraten Menschen immer wieder an den Rand der Verzweiflung.
 
Und dennoch eine Erkenntnis ist allen gleich, die Erkenntnis, dass Gott sie letztlich nicht im Stich lässt,
dass er der Hoffnungsanker ist, der uns befähigt trotz aller negativen Erlebnisse immer wieder zum Licht zurückzukehren.
In lichtem Handeln verbindet sich das himmlische mit dem irdischen Licht und wir merken und spüren gerade dann,
wie gut uns dies tut und wie eng wir verbunden sind mit allen, die uns vorausgegangen sind.
 
Mit denen der Kriegsgenerationen ebenso wie mit den jüngst Verstorbenen.
 
Und wenn wir aktuell Schlagzeilen lesen, wie diese von Nizza, Wien, Kamerun, Aserbaidschan und Armenien, dann wissen wir:
 
Auch heute noch ist längst nicht überall Frieden und Sicherheit wie wir ihn seit 75 Jahren kennen und wir werden das weltweit wohl auch nie erreichen, umso wichtiger ist es, dass wir überall dort, wo wir selbst es beeinflussen können Licht in die Welt bringen.
 
· Höflichkeit,
· Aufmerksamkeit,
· Nachsicht,
· Geduld und Liebe
 
können täglich unsere Begleiter sein.
 
Packen wir es an, in Dankbarkeit und im Vertrauen auf Gott, der uns zutraut, dass wir sein Licht leuchten lassen. Amen.

Gemeindeverwaltung Rietheim-Weilheim
Rathausplatz 3
78604 Rietheim-Weilheim

Tel.: 0049 7424 95848- 0
Fax: 0049 7424 95848- 28
E-Mail: info@rietheim-weilheim.de

Öffnungszeiten Rathaus Rietheim:
Montag bis Mittwoch: 08:00 Uhr bis 11:45 Uhr
Montag: 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Freitag: 08:00 Uhr bis 11:45 Uhr

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