Rathaus Aktuell

Richtfest Sporthalle 18.09.2020

Begrüßung Matthias Marquardt, Geschäftsführer WERMA Signaltechnik GmbH, zum Richtfest der neuen Sporthalle in Rietheim-Weilheim

Sehr geehrter, lieber Herr Bürgermeister Arno,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderats,
liebe Mitgesellschafter der Marquardt KG, lieber Harald,
sehr geehrte Vertreter aller beteiligten Bau- und Planungsunternehmen,
sehr geehrte Vertreter des Fördervereins und der Sportvereine,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

auch ich möchte Sie im Namen aller Gesellschafter der J. & J. Marquardt KG als Bauherr herzlich zu diesem Richtfest begrüßen und Sie alle hier im Langen Gewand willkommen heißen.

Ein Richtfest ist immer ein Anlass zur Freude, wenn die Bauarbeiten trotz widriger Umstände reibungslos und vor allem ohne Unfall vonstattengegangen sind und das Gebäude in allen seinen Teilen als gelungen bezeichnet werden darf. Ihnen, Herr Zimmermeister Herr Markus Haller, sage ich gerne herzlichen Dank für Ihren Richtspruch.

Wir haben heute einen doppelten Grund zur Freude: Wir feiern nicht nur die Fertigstellung eines Rohbaus, wir feiern den sichtbar gewordenen Erfolg der Bürgerinnen und Bürger von Rietheim-Weilheim, die sich seit 2001 mit großem Engagement für diese Halle eingesetzt haben.

Es ist also ein besonderes Richtfest und besonderer Tag, ein Tag, der uns alle mit Dankbarkeit und auch mit Stolz erfüllen darf. Nach einem Hindernislauf, der fast 20 Jahre gedauert hat, sind wir nun auf die Zielgerade eingebogen! Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Der Parcours, den es bis zum heutigen Tag zu durchlaufen galt, glich dabei weniger einem Hürden- als vielmehr einem Hindernislauf oder auch – passend zu unserer Region – einem sogenannten Cross-Country-Lauf.

Nachdem man sich, wie gesagt, seit 2001 in der Gemeinde Rietheim-Weilheim mit der Errichtung einer dritten Sporthalle beschäftigt hatte, wurde zwei Jahre später ein Bauantrag eingereicht. Doch erst im Frühjahr 2007 konnte der Gemeinderat in einer der letzten Sitzungen des damaligen Bürgermeisters Traugott Hauser den Bau der Sporthalle beschließen - ohne sich jedoch auf einen Standort oder einen Kostenrahmen festzulegen. Kurz danach kam die Finanz- und Weltwirtschaftskrise, so dass die Pläne wieder auf Eis gelegt werden mussten.

Für viel Gesprächsstoff sorgte dann – berechtigterweise – die Frage der Finanzierung und der nachhaltigen Nutzung des Gebäudes. Erst mit einem Investorenkonzept, das die Liquidität der Gemeinde nicht beeinträchtigt, konnte sie zufriedenstellend gelöst werden.

Und nachdem endlich alle politischen, finanziellen, organisatorischen und technischen Fragen geklärt waren, drohte die Corona-Pandemie den Baubeginn im März dieses Jahres auf den letzten Metern nochmals zu verzögern.

Dies hat sich zum Glück nicht bewahrheitet und die Arbeiten für den Rohbau konnten erfolgreich und termingerecht abgeschlossen werden. Vielleicht darf man darin eine Art ausgleichender Gerechtigkeit am Werk sehen: Ein Projekt, das jahrelang nicht von der Stelle gekommen ist, hat mit einem Mal an Dynamik gewonnen – und zwar gerade in einer Zeit, in der so vieles andere im Land und in der ganzen Welt zum Stillstand gekommen ist!

Zu den Hürden oder Hindernissen dieses langwierigen Projekts rechne ich übrigens eines nicht: die Diskussionen in unserer Gemeinde über die neue Sporthalle und den Bürgerentscheid. Wie das Engagement der Befürworter, so verdient auch das der Hallengegner unseren Respekt. Demokratie bedeutet bekanntlich nicht, dass alle einer Meinung sind. Unser Gemeinwesen zeichnet sich nicht dadurch aus, dass Konflikte unter den Teppich gekehrt, sondern auf eine faire und zivilisierte Weise offen ausgetragen werden. 98 % Zustimmung, das ist typisch für Diktaturen – nicht für Rietheim-Weilheim.

Wir haben andere rekordverdächtige Zahlen zu bieten: Mit über 1.500 Mitgliedern gehören mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde einem Sportverein an. Der Förderverein für den Neubau dieser Halle zählt allein 760 Mitglieder. Rechnet man noch die vielen engagierten Mitbürger in den Kirchen, im Musik- und Gesangsverein, bei den freiwilligen Feuerwehren und in den Ortsgruppen des Roten Kreuzes hinzu, erkennt man dankbar, welch ein ungewöhnlich lebendiges Gemeinwesen wir in Rietheim-Weilheim haben.

Eine solche Bürgerschaft hat sich die neue Sporthalle mehr als verdient. Sie bietet zwei wettkampfgerechte Spielfelder für alle geläufigen Hallensportarten wie Handball, Basket- und Volleyball oder auch Tennis. Dazu kommt ein separater Gymnastikraum. Bei Sportveranstaltungen nimmt die Halle außerdem fast 400 Zuschauer auf, die dank einer kleinen, aber leistungsfähigen Küche mit Speisen und Getränken versorgt werden können.

Allen Verantwortlichen war es von Anfang an wichtig, bei der exponierten Lage der Halle einen Gebäudekörper zu schaffen, der nicht nur funktional, sondern auch ansprechend gestaltet ist und städtebaulich markant zwischen Rietheim und Weilheim liegt.

Erst in den letzten Tagen wurde deutlich, wie groß die neue Halle nun endgültig wird. Bis dahin hörte man des Öfteren Kommentare wie: „Ach, so klein hätte man sich die Halle nicht vorgestellt".

Eine weitere wichtige Forderung der Bauherren war die Umweltverträglichkeit und nachhaltige Nutzung des Gebäudes.

Dazu werden Ihnen gleich unsere Architekten Herr Dieter Deichsel und Herr Kay Zetsche aus berufenem Munde mehr sagen können als ich es kann.

Mit der neuen Halle kann der hohe Bedarf an sportlicher Betätigung in unserem Ort in absehbarer Zukunft weitestgehend gedeckt werden. Sie schafft einen spürbaren Mehrwert für die Gemeinde und erhöht nochmals deutlich ihre Attraktivität. Darüber hinaus fördert sie das weitere Zusammenwachsen der ehemals selbstständigen Ortschaften Rietheim und Weilheim. Nicht zufällig steht die neue Halle exakt auf der alten Gemarkungsgrenze. Nach fast 50 Jahren wird auch sie einen Beitrag dazu leisten, die eine oder andere Verwerfung, die manchmal noch zu spüren ist, mit der Zeit endgültig zu glätten.

Und was verbindet Menschen mehr als der Sport, der in der neuen Halle endlich zu adäquaten Rahmenbedingungen stattfinden kann? Das gilt nicht nur für den Leistungssport und im Besonderen für die HSG, deren Sportler seit 20 Jahren zum Training und zu ihren Heimspielen nach Tuttlingen fahren müssen. Auch der Breitensport in all seinen Facetten wird hier zu seinem Recht kommen. Der Sport hat bekanntlich Länder und Kontinente näher zusammengebracht. Dann müsste dies mit Rietheim und Weilheim auch gelingen …

Meine Damen und Herren,

das Richtfest ist eine der ältesten Traditionen unseres Landes. Es wurde schon im 14. Jahrhundert praktiziert. Der Richtkranz ist also älter als Weihnachtsbaum und Geburtstagstorte. Wie so viele Feste markiert auch das Richtfest eine Grenze, einen Übergang, an dem etwas endet und etwas Neues beginnt. Dieses alte Fest ist also eine Feier von Veränderung.

Und wie fast überall spüren auch wir in unserer Gemeinde, wie sich zurzeit große Veränderungen anbahnen. Der Klimawandel, der fundamentale Wandel in der Autoindustrie und nun auch noch die Corona-Pandemie stellen uns vor enorme Herausforderungen und führen uns vor Augen, wie scheinbar Selbstverständliches von heute auf morgen keine Gültigkeit mehr hat.

Gerade in solchen Zeiten gilt es, nach vorne zu schauen. Wir wollen nicht Opfer, sondern Gestalter der Veränderungen sein. Mit diesem Neubau haben die Bürger unserer Gemeinde wieder einmal bewiesen, dass sie bereit und in der Lage sind, mit Beharrlichkeit, Gemeinschaftssinn und unternehmerischem
Weitblick ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Dies sollte uns alle mit Stolz und Zuversicht erfüllen. Unser Einsatz ist Gestalt geworden in einem Gebäude, das für die Weiterentwicklung und das Zusammenwachsen unserer Gemeinde steht – einem Gebäude, das, wie es in den alten Schriften heißt: nicht auf Sand gebaut ist (Matthäus 7, 26)– : dafür danke ich
Ihnen allen!

Mein besonderer Dank gilt unserem Bürgermeister und den Gemeinderäten, die das Projekt über so viele Jahre und gegen viele Widerstände vorangetrieben haben.
Weiter danke ich allen Mitgliedern des Fördervereins mit ihrem Vorsitzenden Werner Martin. Sie haben mit einem außergewöhnlichen Engagement und viel Kreativität – ich denke nur an unsere gemeinsamen Losaktionen – einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, die Bürgerschaft für dieses Projekt zu gewinnen.

Für die Projektierung und Durchführung der Baumaßnahmen danke ich allen Architekten, Planern und Mitarbeitern der ausführenden Unternehmen. Der Baustart fiel fast auf den Tag mit dem Beginn der Corona-Krise in unserem Lande zusammen. In dieser historisch einmaligen Ausnahmesituation haben alle Beteiligten die Herausforderung angenommen und in einer gemeinsamen Anstrengung die äußerst schwierige Koordination der einzelnen Maßnahmen vorbildlich gemeistert.

Stellvertretend für alle Unternehmen sei hier namentlich dem Generalübernehmer W+P, dem Architekturbüro Plan Forward, der Ingenieurgesellschaft Schweickhardt & Erchinger, der Firma Decker sowie der Zimmerei Markus Haller gedankt.

Nicht zuletzt danke ich allen meinen Mitgesellschaftern der J. & J. Marquardt KG, ohne die die Finanzierung dieses schönen und wichtigen Projekts nicht möglich gewesen wäre. Mit einem Augenzwinkern will ich gerne festhalten, dass die Diskussion im Gesellschafterkreis über die Finanzierung der Sporthalle eher
kurz als lang war.

Meine Damen und Herren,

Winston Churchill hat einmal gesagt: „Du gestaltest dein Haus und dann gestaltet es dich." In diesem Sinne sollten wir die neue Sporthalle, nachdem wir sie gemeinsam geplant und gebaut haben, nun auch gemeinsam – im Wesentlichen: sportlich - nutzen. Und lassen Sie uns heute gemeinsam dieses Richtfest feiern!

Ich freue mich darauf und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!
Matthias Marquardt

Gemeindeverwaltung Rietheim-Weilheim
Rathausplatz 3
78604 Rietheim-Weilheim

Tel.: 0049 7424 95848- 0
Fax: 0049 7424 95848- 28
E-Mail: info@rietheim-weilheim.de

Öffnungszeiten Rathaus Rietheim:
Montag bis Mittwoch: 08:00 Uhr bis 11:45 Uhr
Montag: 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Freitag: 08:00 Uhr bis 11:45 Uhr

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