Rathaus Aktuell

Forstbetriebsgemeinschaft Wurmlingen / Rietheim-Weilheim

Die diesjährige Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Wurmlingen / Rietheim-Weilheim fand am 19. November 2018 im Gasthaus Traube in Wurmlingen statt. Durch den Vorsitzenden Schellenberg, dem Revierleiter Fink und dem Geschäftsführer Karl wurde das Ergebnis des vergangenen Jahres vorgestellt.
 
Mit dem betriebswirtschaftlichen Ergebnis kann man im Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2018, das am 30.09.2018 endete, sehr zufrieden sein. Allerdings sind die Perspektiven aufgrund des sehr heißen und trockenen Sommers 2018 noch nicht absehbar, hier werden die weiteren Entwicklungen abzuwarten sein, bzw. welche Schäden in den kommenden Jahren eintreten werden. Darüber hinaus liegt auf dem europäischen Holzmarkt, aufgrund von Stürmen, der Trockenheit oder auch Kalamitäten, ein deutliches Überangebot vor. Darin noch gar nicht eingerechnet die erst kürzlich zurückliegenden Stürme in Italien. Aktuell ist auf dem europäischen Markt eine Holzmenge die einem Jahreseinschlag entspricht bereits auf dem Markt, so dass die Holzpreise sich deutlich nach unten entwickeln.
 
Die Mitgliederentwicklung ist stabil. Es sind vier neue Mitglieder hinzugekommen und vier ausgeschieden. Die Mitgliederzahl beläuft sich aktuell auf 155 Mitgliedern und die Fläche hat sich dadurch um 0,2 ha auf insgesamt 196,8 ha vergrößert.
 
Durch den Geschäftsführer werden die Einnahmen mit 68.917,78 € detailliert erläutert wie ebenso die Ausgaben mit 74.715,35 €. Insgesamt wurde ein Umsatz mit 143.633,13 € getätigt. Aufgrund der aus dem Jahr 2017 entstandenen Aufwendungen für die Bewirtschaftung und Betreuung und damit der zeitversetzten Rechnungsstellung, ergibt sich ein Minus von 5.797,57 € für das Jahr 2018. Der durchschnittliche Erlös lag nach einem durchschnittlichen Erlös des Vorjahres mit 33,57 € je Fm bei 40,12 € je Fm.
 
Durch Revierleiter Fink wird erläutert, dass ein Holzeinschlag mit 1.633 Fm getätigt wurde. Der Durchschnitt innerhalb der Forstbetriebsgemeinschaft seit dem Jahr 1993 beläuft sich auf 835 Fm je Jahr. Der zufällige Anteil lag bei 214 Fm und damit bei 13 %, was noch ein verhältnismäßig guter Wert darstellt. Insgesamt wurden 183 Lose verkauft, was eine durchschnittliche Losgröße von 8,9 Fm bedeutet. Der Einschlag liegt damit auf dem vierthöchsten Wert seit Bestehen der Forstbetriebsgemeinschaft.
 
Abschließend stellt Kassenprüfer Karl Liebermann fest, dass die Kasse einwandfrei und sehr sorgfältig geführt wurde und bei der durchgeführten Entlastung wurde dem Vorsitzenden und der gesamten Vorstandschaft einstimmig die Entlastung erteilt.
 
Durch den Leiter der Holzverkaufsstelle Thomas Storz werden anschließend Informationen zur aktuellen forstliche Situation und dem Stand der künftigen Forstorganisation gegeben.
 
Bei der Übersicht über das Land Baden-Württemberg bei der Waldsituation wird deutlich, dass der Landkreis Tuttlingen bisher noch relativ gut weggekommen ist, was sich dann auch beim Borkenkäfer-Monitoring zeigt. Insgesamt ist der Anteil der planmäßigen Nutzungen im Rückblick durchaus positiv und die zufälligen Nutzungen noch in einem guten Bereich. Beim Holzmarkt macht er deutlich und dies ist ein Schwerpunkt seines Vortrags, dass ein unwahrscheinliches Angebot auf dem Holzmarkt gegeben ist durch die verschiedenen Stürme, zufällige Nutzungen durch Borkenkäfer und andere Kalamitäten bzw. auch der Trockenheit. Gott sei Dank fließen die Hölzer aufgrund der nach wir vor guten und langanhaltenden Nachfrage ab. Das Überangebot hat aber zur Folge, dass die Preise deutlich nachlassen. Er geht auf die einzelnen Sortimente ein und rät ganz deutlich gegenüber den Mitgliedern der Forstbetriebsgemeinschaft von einem Einschlag ab.
 
Sofern ein Einschlag notwendig ist, oder aufgrund von Kalamitäten unvermeidbar, soll dies nur in ganz enger Abstimmung mit dem Revierleiter Herrn Fink erfolgen. Sobald es wieder neuere Informationen gibt, werden diese über die Homepage des Landkreises d.h. der Holzverkaufsstelle aber auch über die Hinweise in den Mitteilungsblättern weitergegeben.
 
Zur Neuorganisation der Forstverwaltung erläutert der Vorsitzende, dass das ursprüngliche Damoklesschwert aus dem kartellrechtlichen Verfahren durch das BGH Urteil deutlich abgeschwächt worden ist. Nach wie vor steht das Land Baden-Württemberg zur Verpflichtungszusage aus dem Jahr 2008, d.h. dass keine Betreuung von Kommunen < 3.000 ha Waldfläche oder Forstbetriebsgemeinschaften < 8.000 ha besteht. Ebenfalls wurde in diesem BGH Urteil festgehalten, dass der Holzverkauf eine wirtschaftliche Tätigkeit ist und ein diskriminierungsfreier Zugang zur forstlicher Dienstleistung möglich sein muss. Das bedeutet aber auch, dass forstliche Dienstleistungen von der öffentlichen Hand angeboten werden können und dies zu Vollkosten. Die Forstorganisation wird künftig auch in der öffentlichen Hand dem Wettbewerbsrecht unterliegen.
 
Das Urteil hat aber deutliche Verbesserungen mit sich gebracht, d.h. dass der Zwang hoheitliche Aufgaben und betriebliche Aufgaben organisatorisch zu trennen entfällt. Das Landratsamt darf forstliche Dienstleistungen zur Beförsterung und getrennt zum Holzverkauf anbieten. Das Land selber wird seinen Staatswald in eine ForstBW überführen und die kommunalen Waldbesitzer haben die Möglichkeit die Beförsterung über eine Selbstverwaltung, durch interkommunale Zusammenschlüsse oder durch die Forstverwaltung d.h. Kreisverwaltung erledigen zu lassen. Die Untere Forstbehörde bleibt auch künftig für alle Waldflächen im Kreis hoheitlich zuständig.
 
Die Gemeinde Wurmlingen hat das Interesse an der Dienstleistung des Landkreises signalisiert und die Revierstruktur, es ist eine 16-gliedrige Revierstruktur im Landkreis Tuttlingen vorgesehen, bringt keine wesentlichen Veränderungen, bei den Ansprechpartnern und auch in der Betreuung sowohl im hoheitlichen wie auch im forstwirtschaftlichen Bereich. Ebenfalls kann der Holzverkauf wie bisher umgesetzt werden. Allerdings wird es auch hier Kostenfolgen haben, da von einer Kostensteigerung von 1,3 bis 1,4 ausgegangen werden muss.
 
Aktuell werden nun bei allen Gemeinden die entsprechenden Interessensabfragen erfolgen und das Ziel ist bis zum 01.01.2020 dann diese neue Forstorganisationsstruktur aufzubauen. Der Vorsitzende wiederholt nochmals, dass aktuell damit keine Veränderungen für die Forstbetriebsgemeinschaft Wurmlingen/ Rietheim-Weilheim verbunden sind. Sobald die Struktur auf der Kommunalwaldebene gegeben ist, wird es sicherlich zwischen den sieben Forstbetriebsgemeinschaften, die es im Landkreis Tuttlingen gibt, eine Abstimmung und Koordinierung geben, ob hier weitere Synergien gefunden werden können.
 
Zum Abschluss zeigt Revierleiter Fink einen Rückblick auf den sicherlich gelungenen und informativen aber auch für die Gemeinschaft sehr wertvollen Ausflug am 04.05.2018 ins Kinzigtal.
 
Nachdem keine weitere Fragen vorgetragen wurden, bedankt sich der Vorsitzende bei dem Geschäftsführer Herrn Karl und dem Revierleiter Herrn Fink für die gute und umfangreiche Arbeit für die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft über das gesamte Jahr hinweg. Er bedankt sich außerdem bei dem Leiter der Holzverkaufsstelle für die wertvollen und wichtigen Informationen und die Bereitschaft jedes Jahr die Forstbetriebsgemeinschaft bei der jährlichen Mitgliederversammlung zu unterstützen. Ebenfalls bedankt er sich bei der gesamten Vorstandschaft und allen Beisitzern für die gute Zusammenarbeit und bei den Mitgliedern für ihr Kommen, ihr Interesse und ebenfalls für das angenehme Miteinander und wünschte noch gute Gespräche und einen schönen Abend.

Gemeindeverwaltung Rietheim-Weilheim
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78604 Rietheim-Weilheim

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